Hast du ein Anrecht auf Lebensraum? – Teil 4: Warum Unschärfe konturlos und Brei keine Vielfalt ist

In Teil 3 haben wir uns Grenzen, Konsequenzen und Emotionen angeschaut.

dangerAls Abschluss dieser Betrachtung möchte ich mit einem großen Missverständnis aufräumen: Warum ich in kultureller Vielfalt leider nur einen ungenießbaren Einheitsbrei sehe.

Vielfalt – so viele unterschiedliche Facetten auf der Welt

Ich mag Vielfalt. Ich mag auch kulturelle Vielfalt. Das ist der Grund zu reisen, welchen gäbe es denn sonst?

Ich mag es an der Ostsee am Strand zu flanieren, sanfte Dünen, das moderate Meer. Ich mag bunte, duftende, summende Alpenwiesen. Ich mag das sanfte, warme Plätschern in Kroatien in einem Restaurant direkt am Meer. Die sauberen Naturparks in Slowenien. Ich liebe es, Filme über das bunte quirlige Treiben auf orientalischen Märkten anzuschauen. Ich mag das freundliche Lachen der Inder. Es gibt noch so viel Kultur auf diesem Planeten zu entdecken. Ich mag russische Melancholie. So viele Länder, Kulturen, Sprachen, Eindrücke … einfach fantastisch.

Was ich hingegen weniger mag, sind amerikanische Restaurantfilialen in fast jedem Land, das ich bisher bereist habe. Ich mag Starbucks, guter Kaffee, gutes WLAN. Aber ich will das nicht überall sehen, wo ich hinkomme. Ich will auch keine bayerischen Würstelstandl mit Blasmusik an tropischen Stränden ertragen müssen. Oder bayerische Zwiebeltürme mit ihrem Glockengeläut in China erleben. In Istanbul fand ich hingegen Muezzin-Rufe aus der Moschee gegenüber meiner Pension als interessant; deswegen habe ich ja das Land bereist. Völlig unpassend hingegen empfinde ich Minarette in Niederbayern. Und nein, der Islam gehört eben nicht zu Deutschland. Genauso wenig wie bayerische Weisswurscht Teil der Kultur Indonesiens sind.

karen-maes-310484Leberzellen sind nicht Teil der Niere! Lungenbläschen gehören nicht ins Gehirn! Und wer Ratatouille gesehen hat weiß, dass ein guter Koch niemals sämtliche Zutaten sowie Zucker und Salz, in einen Topf wirft und daraus eine geschmackvolle Suppe werden kann. Erdbeerkuchen ist etwas anderes als Leberkas.

Ich bin wirklich sehr interessiert am Bestehen aller Kulturen, auch der amerikanischen, aber eben dort, wo sie hingehört. Wenn sämtliche Kulturen gleichzeitig überall sind, dann haben eben wir nicht mehr die kulturelle Vielfalt. Man nennt das auch Monokultur. Schon mal durch einen mitteleuropäischen Urwald gewandert? Oder durch eine monokulturelle Waldforstwirtschaft? Fast unerträglich auch die Lüge über den sog. Biosprit, der das genaue Gegenteil ist. Monokulturelle Rapsfelder und Maisfelder soweit das Auge reicht. Von gerodeten Urwäldern ganz zu schweigen. Mir reicht’s.

Unschärfe ist das Gegenteil von Kontur

Ein weiteres Beispiel, um den Irrtum zu verdeutlichen. Nehmen wir wieder eine Blumenwiese: so schön bunt, die verschiedenen unterschiedlichen Blumen, jede auf ihre Art einzigartig. Je mehr wir die Farben und Pixel vermischen, umso unschärfer wird das. In letzter Konsequenz enden wir in einem matschgrünen irgendwas.

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Ich mag die scharfe Kontur. Keine Blume ist besser als eine andere. Aus einem Gänseblümchen wird nie eine starke Eiche. Aus einer Eiche nie ein graziles Gänseblümchen. Und ich finde auch, man sollte sie nicht zur Gänseeiche kreuzen, um anschließend weder Eiche noch Gänseblümchen zu haben. Denn sicher ist: Vermischung bedeutet Zerstörung des jeweiligen. Jedes Kind weiß das, wenn es beim Malen mit Wasserfarben den Pinsel nicht richtig auswäscht.

Vorsicht, jetzt wird’s rot. Also: ich mag Vielfalt, und deswegen keine komplette Vermischung, denn diese zerstört Vielfalt. Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass Multikulti das genaue Gegenteil von Vielfalt ist …? Und selbstverständlich (muss ich das wirklich schreiben?) ist auch Inspiration und Durchmischung willkommen, aber doch nicht als verordnete Vorgabe oder als alternativlose einzige Option! Und auch nicht als geplante Aktion von irgendwelchen Kulturabschaffern oder Antideutschen! Ich weiß nicht, ob der Morgenthau-, Hooton- oder Kalergi-Plan tatsächlich bewusst umgesetzt werden oder ob es plumpe oder perfide rechte Propaganda ist. Möge sich ein jeder selbst diese Pläne anschauen, was deutsche Politiker in dieser Richtung von sich geben, was die Pläne irgendwelcher überstaatlichen Organisationen sind und wie die Welt in Deutschland aussieht und zukünftig aussehen soll bzw. wird.

Kulturen verblassen, die eine wie die andere, wenn man sie zu dicht aufeinander führt und vermengt. Das ist in der Natur nun mal so, egal ob was wer plant oder nicht. Es bedeutet nicht Spaltung, wenn Kulturen nebeneinander gedeihen können – aber eben jeweils im passenden Lebensraum. Deutsch – Englisch – Französisch – Dänisch – alles unterschiedliche Kulturen, die wunderbar nebeneinander leben können. Aber die besten Croissants gibt’s eben nunmal nur im tiefen Frankreich, noch nicht mal im Elsass! Europa geht baden, wenn wir Croissants mit Schwarzbrot mischen. Ich mag ein Europa, in dem jedes Land seine ureigene Kultur bewahrt und lebt. Und andere Kontinente im Süden sind noch weiter von diesen Kulturen entfernt. Und damit alle überleben, sollten sie in den jeweiligen Regionen auch gepflegt werden und dort bleiben. Was geschieht, wenn sich eine Kultur über eine andere ausbreiten will, davon hat die Geschichte viel Leid zu berichten. Und wieder die Frage, wem es wohl nützen würde, wenn Kulturvermischung und damit -abschaffung und Entwurzelung und damit Schwächung im großen Stil durchgeführt würde.

Wie wichtig ist es uns Menschen, dass sich jede Kultur ihre eigene Identität und Einzigartigkeit bewahren kann? Soll es auch noch in 1000 Jahren blonde, blauäugige Schwedinnen und rassige, dunkeläugige Italiener, tiefschwarze Afrikaner und grazile Asiatinnen geben? Oder wollen wir den ethnisch korrekten Hybriden züchten?

Nachwort

Seufz, wie kann es ernsthaft sein, dass ich darüber einen Blogartikel schreibe – gegen die politisch korrekte, verordnete und gewünschte Gleichschaltung von Kulturen? Wie kann etwas so Offensichtliches von denkenden und fühlenden Menschen mit dem Gegenteil verwechselt werden? Wie kam es dazu, dass Kontur mögen und Bewahrung der Kulturenvielfalt in unserer politischen Gehirnwäscherei gleich „voll Nazi“ sein soll? Ist propagandistische Meinungsdiktatur wirklich so einfach bei den meisten Menschen umzusetzen? Ich fürchte ja, zumindest in Deutschland scheint „Nazi“ immer noch eine wirksame Keule zu sein.

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Ein Kommentar zu „Hast du ein Anrecht auf Lebensraum? – Teil 4: Warum Unschärfe konturlos und Brei keine Vielfalt ist

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